Wochenbilanz · 31. August 2026
Wochenbilanz KW 35: 83 Prozent in Schottlands Oberhaus
Fünf von sechs in Schottland – ausgerechnet dort
Schottlands höchste Spielklasse, die Premiership, gilt als das Terrain, auf dem Tabellen gerne mal Urlaub machen. Genau da hat die Prorakel-Engine in Kalenderwoche 35 fünf von sechs Partien in der Tendenz richtig vorhergesagt. 83 Prozent. Kleine Stichprobe, klar, sechs Spiele sind kein Beweis für gar nichts – aber wenn eine Woche insgesamt zäh läuft, nimmt man solche Inseln gern mit.
Und sie war nicht allein. Im schwedischen Pokal, dem Svenska Cupen, standen am Ende neun von elf richtigen Tendenzen. Das ist der Wettbewerb der Woche schlechthin, weil da nicht nur die Trefferquote stimmt, sondern auch die Menge: elf ausgewertete Spiele sind schon eine Aussage. Dazu vier von fünf in Finnlands zweiter Liga, der Ykkösliiga. Skandinavien und Schottland – wer hätte das als Achse der Woche auf dem Zettel gehabt?
Die treffsicherste Ansage kam aber aus Kroatien: Vukovar gegen Radnički Dalj, 4:1, Tendenz sitzt. Solche Spiele sind das Salz in der Datenlage – klare Kräfteverhältnisse, klare Prognose, klarer Ausgang.
49 statt 53 – da fehlt was
Jetzt der Teil, den man nicht wegmoderieren kann. 432 ausgewertete Spiele, 210 richtige Tendenzen. Macht 49 Prozent. Der Saison-Vergleichswert liegt bei 53 Prozent über 1813 Spiele. Vier Prozentpunkte unter dem eigenen Schnitt, und das bei einer ordentlich großen Fallzahl – das lässt sich nicht mit „Pech im Detail" abbügeln.
Was diese Woche einigermaßen rettet: die Stärkste Ansage. 312 von 432, also 72 Prozent. Das ist die Kategorie, in der die Engine sagt „hier bin ich mir am sichersten", und da hat sie geliefert. Heißt für dich als Leser: die Selbsteinschätzung des Modells funktioniert weiterhin. Es weiß ziemlich gut, wann es wackelig steht.
Bei den exakten Endständen sieht es aus wie immer, wenn man ehrlich hinschaut: 36 von 432. Ein Fußballspiel auf den Treffer genau vorherzusagen bleibt der schwierigste Job im ganzen Laden, und jeder, der dir etwas anderes erzählt, hat noch nie ein 2:2 in der Nachspielzeit erlebt.
Sechs Spiele in der Schweiz, ein Treffer
Und dann die Schweiz. In der Super League, dem Oberhaus dort, sind sechs Partien ausgewertet worden – genau eine Tendenz war richtig. 17 Prozent. Ganz ehrlich: schlechter als Münzwurf, schlechter als raten, schlechter als alles, was man sich schönreden könnte. Sechs Spiele sind eine Handvoll, keine Wahrheit, aber wenn eine Liga so komplett gegen das Modell kippt, ist das kein Zufallsrauschen mehr, sondern ein Hinweis. Kleine Liga, viele enge Duelle, Kader, die sich im Spätsommer noch sortieren – da reichen zwei Ausrutscher der Favoriten, und die Bilanz liegt in Trümmern. Wir schauen uns das an.
Sie war nicht die einzige Baustelle. In Schottlands zweiter Liga, der Championship, ging eine von fünf Partien auf, in Polens höchster Spielklasse zwei von neun, in Frankreichs zweiter Liga ebenfalls zwei von neun, in der türkischen Süper Lig zwei von acht. Auffällig ist das Muster: fast überall zweite Ligen und Wettbewerbe im Saison-Aufbau, in denen Formkurven noch keine Formkurven sind, sondern drei Spiele mit Zufallscharakter. Insgesamt 47 Wettbewerbe mit mindestens drei ausgewerteten Partien – da sind Ausreißer nach unten eingepreist. Fünf auf einmal sind trotzdem einer zu viel.
Der größte Fehlgriff der Woche kam aus Schweden: Falun BS gegen Brommapojkarna endete 2:1, die Tendenz-Prognose lag daneben. Der Klub aus Falun ist kein Name, den man außerhalb Schwedens auf dem Schirm hat – umso bitterer, wenn ausgerechnet dort die klarste Erwartung platzt. Passiert. Genau dafür gibt es diese Rubrik.
Fünf von sieben Ketten gehalten
Bei den Anker-Ketten sieht die Woche solider aus, als die Gesamtzahlen vermuten lassen: sieben abgerechnet, fünf gehalten, zwei gerissen. Die erste ging am 24. August flöten, weil Brøndby gegen Silkeborg die Über-1,5-Tore-Ansage nicht bedienen wollte und Wolfsburg beim Berliner Regionalligisten Altglienicke nicht wie prophezeit gewann. Die zweite riss am 29. August – wieder zweimal Über 1,5 Tore, einmal Leipzig gegen Gladbach, einmal Al-Fateh gegen Al-Ittihad in Saudi-Arabien. Zwei Ketten, vier Prophezeiungen, und dreimal fehlte schlicht die Bude.
Kurios eigentlich: An „genug Tore" scheitert es selten. Diese Woche schon.
Was nimmt man mit? Eine Woche unter dem eigenen Schnitt, ein paar Ligen, in denen das Modell gerade nicht durchblickt, und gleichzeitig eine Stärkste Ansage, die bei 72 Prozent steht. Das ist keine gute Woche. Es ist auch keine schlechte Serie – dafür müsste die nächste erst mal genauso aussehen. Wo würdest du zuerst nachjustieren: bei den kleinen Ligen im Umbruch oder bei den Tor-Prognosen?
Wie immer gilt: Auch ein Orakel kennt seine Grenzen.
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