Wochenbilanz · 28. September 2026
Wochenbilanz KW 39: 59 % Tendenz, klar über dem Saisonschnitt
Die Prorakel-Engine hatte eine richtig gute Woche. 52 von 88 Tendenzen saßen, das sind 59 Prozent. Unser Saisonschnitt liegt bei 53 Prozent, gemessen über 3181 ausgewertete Spiele. Wer ein bisschen Statistik mag, weiß: Bei so vielen Spielen im Vergleichswert bewegt sich der Schnitt kaum noch. Eine Woche deutlich darüber ist kein Zufallsrauschen, das man achselzuckend abhakt. Das darf man sich ruhig mal auf der Zunge zergehen lassen.
Wo die großen Namen spielen, sitzt die Engine in der ersten Reihe
Ganz ehrlich: Getragen hat diese Woche die Nations League. 23 von 34 Tendenzen getroffen, 68 Prozent, und das bei der größten Stichprobe der Woche. Da kann man nicht von einem Glückstreffer reden. Das ist Serienproduktion.
Das Glanzstück war San Marino gegen Finnland. Die Prognose lautete Sieg Finnland, am Ende stand ein 0:7. Klar, das klingt nach der leichtesten Aufgabe der Welt. Aber wie oft hast du schon gesehen, dass sich ein Favorit gegen einen tiefstehenden Außenseiter neunzig Minuten lang die Zähne ausbeißt? Eben. Die Finnen haben es nicht verwaltet, sie haben es durchgezogen.
Dazu kommen die Staerksten Ansagen: 70 von 88 getroffen, 80 Prozent. Wenn die Engine sich festlegt, liegt sie in vier von fünf Fällen richtig. Genau so soll sich ein Orakel anfühlen. Im Belgischen Pokal passten 5 von 6 Tendenzen. In Schottlands zweiter Liga, der Championship, waren es immerhin 3 von 4.
Meine These: Je mehr Datenlage ein Spiel hat, desto wohler fühlt sich die Prorakel-Engine. Länderspiele mit Kadern voller bekannter Namen, Pokalduelle mit klarem Gefälle – da wird aus Zahlen tatsächlich eine Ahnung.
Finnland, zweite Liga: der Dämpfer aus dem Norden
Jetzt der Teil, den andere gern unter den Teppich kehren. In Finnlands zweiter Liga, der Ykkösliiga, war nur 1 von 5 Tendenzen richtig. Das sind 20 Prozent. Das ist schwach, da gibt's nichts zu beschönigen.
Man muss es aber richtig einordnen. Fünf Spiele sind eine Handvoll, keine Stichprobe, auf der man ein Urteil über ein Modell aufbaut. Unterhäuser wie dieses sind oft wild. Da verändern sich Kader schnell, und ein einzelner Flatterball kippt eine ganze Tabelle. Trotzdem bleibt der Wert stehen: 20 Prozent.
Auch sonst lief es in den kleineren Ligen zäh. In Englands dritter Liga, der League One, passte nur 1 von 4. Kroatiens und Irlands zweite Ligen lagen ebenfalls unter Schnitt. In Spaniens La Liga 2 war es mit 5 von 10 ein Münzwurf. Das Muster ist deutlich: Wo die Datenlage dünner wird, wird auch die Engine wackliger.
Und dann der Fehlgriff, der am meisten weh tut: Deutschland gegen Griechenland, 0:1. Die Tendenz lag daneben. Das war kein Nischenspiel in einem Unterhaus, sondern die eigene Nationalmannschaft auf großer Bühne. Genau so ein Spiel erwartest du als Leser richtig vorhergesagt. Hier hat es nicht geklappt, Punkt.
Eine Kette reißt, obwohl Finnland liefert
Von den drei Anker-Ketten der Woche haben zwei gehalten, eine ist am 26. September gerissen. Das Kuriose daran ist, dass ausgerechnet das Glanzstück der Woche drinsteckte. Sieg Finnland in San Marino war ein Glied, dazu kamen Über 1,5 Tore bei Stockport County gegen Peterborough United und ein Sieg der Slowakei gegen Moldau. Die Finnen haben ihren Teil mehr als erledigt, an einem der anderen Glieder ist es trotzdem hängengeblieben. So funktioniert eine Kette eben. Die stärkste Stelle rettet dich nicht, die schwächste entscheidet.
Bei den Blog-Artikeln sieht es gemischt aus. Bei „Niederlande gegen Deutschland: Klopp und Xavi fangen bei null an" sagte die Engine ein 2:1 voraus. Am Ende stand ein 1:1, die Tendenz war also daneben. Besser lief es bei „England gegen Spanien: Wembley will Revanche": Die Prognose hieß 1:2 und die Tendenz passte, denn Spanien gewann 3:2. Beide Teams haben jeweils eine Bude mehr gemacht als erwartet. Das Ergebnis war knapp vorbei, die Richtung stimmte.
Übrigens: 17 von 88 exakten Ergebnis-Prognosen saßen auch. Wer in der Tipprunde schon mal ein genaues Ergebnis getroffen hat, weiß, wie selten das gelingt.
Was von dieser Woche bleibt
Eine Woche mit 59 Prozent Tendenz ist eine gute Woche, und das sagen wir auch so. Sie macht die Prorakel-Engine aber nicht unfehlbar. Das haben ein 0:1 gegen Griechenland und ein kalter Nachmittag in Finnlands Unterhaus deutlich gezeigt.
Die Frage, die ich mir nach dieser Woche stelle: Ist es wirklich eine Schwäche, wenn die Engine bei den großen Spielen glänzt und in den kleinen Ligen strauchelt? Oder zeigt es einfach nur, wie viel Wissen in einem Spiel steckt? Wie siehst du das?
Wie immer gilt: Auch ein Orakel kennt seine Grenzen.
Jede Zahl nachprüfbar
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