Wochenbilanz · 5. Oktober 2026
Wochenbilanz KW 40: 57 Prozent Tendenz und ein 0:7 in Rijeka
57 Prozent. Klingt erst mal nach Mittelmaß, ist aber die beste Nachricht dieser Woche: Bei 103 ausgewerteten Spielen hat die Prorakel-Engine in Kalenderwoche 40 die Tendenz 59-mal richtig gelesen. Der Saisonschnitt liegt bei 53 Prozent, gemessen über 3284 Spiele. Wer da drüber landet, hat nicht gezaubert. Aber sauber gearbeitet, und das reicht uns völlig.
Wenn die Engine laut wird, liegt sie meistens richtig
Meine These für diese Woche: Die Engine ist dann am besten, wenn sie sich traut. Die Stärkste Ansage, also die Prognose, bei der die Datenlage am deutlichsten in eine Richtung zeigt, saß in 75 von 103 Spielen. Das sind 73 Prozent. Für einen Wert, der sich durch alle Ligen von der Nations-League-Bühne bis zu Schottlands Unterhaus zieht, ist das stark.
Das Paradebeispiel ist San Marino gegen Albanien, 0:3. Ja, ganz ehrlich, das war keine Raketenwissenschaft. Aber genau solche Spiele musst du eben auch einsammeln, statt dich in Spekulationen über die große Überraschung zu verlieren. Ein Stürmer, der die leeren Tore nicht macht, braucht über die schweren gar nicht erst zu reden.
Richtig Freude gemacht hat Norwegens zweite Liga: 5 von 6 Tendenzen getroffen, 83 Prozent. Und dann ist da noch Schottlands dritte Liga, die League One, mit 4 von 5. Womit wir beim Kapitel wären, das eigentlich eine eigene Serie verdient hätte.
Schottland, das Land der zwei Gesichter
Eine Liga tiefer, in Schottlands vierter Liga, der League Two, sieht die Welt komplett anders aus. 1 von 5 Tendenzen getroffen, 20 Prozent. Das ist der schwächste Wert der Woche, und da gibt es nichts zu beschönigen.
Wie kann es sein, dass die Engine in der dritten Liga fast alles liest und eine Etage drunter fast nichts? Naja. Fünf Spiele sind fünf Spiele. Das ist eine Stichprobe, bei der ein einziger Flatterball oder ein Platzverweis das ganze Bild kippt. Ein Urteil über das Modell ist das nicht. Ein Hinweis darauf, dass der schottische Unterbau seine eigenen Gesetze hat, aber schon.
Den Fehlgriff der Woche liefert übrigens ebenfalls Schottland: Pollok gegen Albion Rvs, 4:1. Die Engine hatte die Tendenz anders gesehen. Deutlicher kann man danebenliegen, aber nicht viel.
Mehr ärgert mich ehrlich gesagt Spaniens zweite Liga, La Liga 2. 4 von 11, also 36 Prozent. Elf Spiele sind keine Mini-Stichprobe mehr, da wird es schwieriger, sich hinter dem Zufall zu verstecken. Auch Griechenlands zweite Liga mit 2 von 6 und Irlands zweite Liga mit 2 von 5 liefen zäh. Die kleineren Ligen waren diese Woche schlicht der Bereich, in dem die Engine Lehrgeld gezahlt hat.
Und beim exakten Ergebnis? 11 von 103. Das ist die Disziplin, in der selbst die beste Datenlage regelmäßig auf dem Hosenboden landet.
Ketten, die reißen, und ein 0:7 als Lehrstück
Vier Anker-Ketten wurden abgerechnet, zwei gehalten, zwei gerissen. Am 2. Oktober erwischte es die Zweierkette mit Kasachstan gegen Moldau (Kasachstan oder Remis) und Lettland gegen Montenegro (Remis oder Montenegro). Am 4. Oktober riss dann die Dreierkette mit Über 1,5 Toren bei CD Castellón gegen AD Ceuta und bei Bryne gegen Lyn sowie dem Auswärtssieg von Dinamo Zagreb bei HNK Vukovar 1991. Unentschieden zwischen Fluch und Segen, sozusagen.
Bei den Blog-Artikeln zeigt sich ein Muster, das du kennen solltest. Bei Kroatien gegen England hatten wir 1:2 auf dem Zettel, am Ende stand ein 0:7. Die Richtung stimmte, aber die Wucht hat niemand kommen sehen. Spanien gegen Kroatien endete 4:1 statt 2:0, und Dänemark gegen Portugal endete 2:4 statt 1:2. Dreimal richtig gelegen, dreimal die Tordifferenz unterschätzt. Die Engine erkennt Favoriten zuverlässig. Wie brutal die zuschlagen, ist eine andere Frage.
Zwei Artikel gingen komplett daneben. Frankreich gegen Italien endete 1:1, wir hatten ein 2:0 erwartet. Und dann war da noch Pyrgos 1968 gegen Panionios Athen, angekündigt als „Geisterspiel für die Torlosen". Am Ende gab es ein 2:0 für Pyrgos statt des prognostizierten 0:1. So viel zum Thema torlos. Manchmal schreibt der Fußball die Überschrift einfach selbst um.
Die Richtung stimmt, die Feinarbeit noch nicht
Unterm Strich war das eine gute Woche mit ein paar hässlichen Flecken. 57 Prozent über dem Saisonschnitt, eine Stärkste Ansage, die fast drei von vier Mal sitzt, und eine schottische Unterhaus-Delle, die ich nicht überbewerten will. Was mich mehr beschäftigt, sind die Favoritensiege, die deutlicher ausfallen als gedacht. Wenn du für deine Tipprunde nur die Tendenz brauchst, war die Engine diese Woche ein verlässlicher Kompass. Beim exakten Ergebnis musst du dir selbst ein paar Tore dazudenken, wenn ein Großer gegen einen Kleinen spielt.
Ist das jetzt eine Schwäche oder einfach Vorsicht, die sich in solchen Wochen rächt? Darüber kann man streiten. Ich sage: lieber eine Engine, die bei der Richtung selten danebenliegt, als eine, die von 0:7-Spektakeln träumt und dafür die Basics verpasst.
Wie immer gilt: Auch ein Orakel kennt seine Grenzen.
Jede Zahl nachprüfbar
Alle Prognosen und ihre Auswertung — eingefroren vor Anpfiff, abgerechnet nach 90 Minuten.