Saison 26/27

Bundesliga · 10. Oktober 2026

FC Augsburg gegen Bayern München: Rache für die einzige Pleite?

Nur ein einziger Klub hat den FC Bayern in der vergangenen Bundesliga-Saison geschlagen. Das war nicht Dortmund, nicht Leverkusen und auch nicht Leipzig, sondern der FC Augsburg. 2:1 in der Allianz Arena, an einem eisigen Januarnachmittag, nach Rückstand. Jetzt kommen die Münchner zum Wiedersehen in die WWK Arena. Diese Rechnung hat Vincent Kompany ganz offensichtlich nicht vergessen.

Wird sie beglichen? Die Prorakel-Engine sagt ziemlich unmissverständlich ja: 78 % für Bayern, 12 % Remis, 9 % für Augsburg. Das ist mehr als ein vorsichtiges Nicken Richtung Favorit, die Einstufung lautet SEHR KLAR. Die Ergebnis-Prognose ist 1:3. Und ganz ehrlich: Die passt ziemlich gut zu dem, was beide Teams gerade auf den Platz bringen.

Der Januar war ein Ausrutscher, kein Muster

Spulen wir kurz zurück. Am 24. Januar 2026 bringt Hiroki Ito Bayern nach Vorlage von Michael Olise in Führung, alles läuft nach Drehbuch. Dann gleicht Arthur Chaves aus, wenige Minuten später dreht Han-Noah Massengo das Ding. Damit beendet Augsburg eine lange Münchner Serie ohne Liga-Niederlage. Seitdem hat kein anderer Gegner Bayern in der Bundesliga besiegt.

Schöne Geschichte. Aber eben eine Geschichte.

Solche Nachmittage sind Ausnahmen, und gerade an ihnen merkt man, wie fest die Regel sonst sitzt. Das Hinspiel derselben Saison hatte Bayern in Augsburg 2:1 gewonnen. Über die Jahre war dieses bayerische Duell eher eine Einbahnstraße Richtung München. Wer jetzt vom „Angstgegner“ redet, verwechselt einen Ausreißer mit einem Trend. Nur weil einmal der Blitz eingeschlagen hat, liegt dein Garten noch lange nicht im Gewittergebiet.

Baums Augsburg ist besser, als du denkst

Damit kein falscher Eindruck entsteht: Kanonenfutter ist dieses Augsburg nicht. Manuel Baum ist eine der schönsten Trainergeschichten der letzten Jahre. Im Dezember 2025 sprang er nach der Trennung von Sandro Wagner als Interimslösung ein, eigentlich nur für drei Spiele bis zur Winterpause. Dann führte er die Mannschaft von einem Abstiegsplatz noch auf Rang neun und bekam einen Vertrag bis 2028. Jetzt steht er mit dem FCA auf Platz vier. Nicht schlecht für jemanden, der eigentlich zurück an den Schreibtisch wollte.

Zu Hause ist Augsburg unter Baum eine echte Hausnummer. Die einzige Heimpleite in dieser Zeit war ein 2:5 gegen Stuttgart im März. Die Formkurve passt dazu: 10 Punkte aus den letzten fünf Pflichtspielen, 13:6 Tore. Diese Mannschaft spielt nach vorne und igelt sich nicht hinten ein.

Und genau da liegt der Haken.

Was in Bremen passiert ist, sollte Baum Sorgen machen

Das letzte Ligaspiel vor der Länderspielpause war ein Lehrstück. In Bremen führte Augsburg durch Robin Fellhauer und Calvin Brackelmann mit 2:0 und verlor trotzdem 2:3. Marco Grüll verkürzte, Niclas Füllkrug glich aus, und Mitchell Weiser traf in der Nachspielzeit zum Sieg. Werder hat einfach weiter Druck gemacht, Welle um Welle, bis die Augsburger Abwehr irgendwann nicht mehr dicht hielt. Davor gab es schon ein Remis. Der Schwung der Siege davor ist also erst mal verpufft.

Jetzt stell dir vor, was passiert, wenn statt Werder eine Mannschaft anrollt, die genau dieses Dauerfeuer perfekt beherrscht.

Dazu kommt Pech zur Unzeit. Noahkai Banks fällt aus, der 19-Jährige hat sich bei der deutschen U21 eine Außenbandverletzung im rechten Knie zugezogen. Das tut weh: Banks stand in allen vier Bundesliga-Partien über die volle Distanz auf dem Platz und war rechts in der Dreierkette gesetzt. Baum muss also ausgerechnet vor dem schwersten Spiel des Herbstes seine eingespielte Abwehr umbauen. Tim Breithaupt, Steve Mounié und Sima Suso fehlen ebenfalls. Für einen Kader, der nicht die Breite eines Champions-League-Klubs hat, ist das eine Menge.

Bayern ohne Musiala? Na und.

Klar, auf der anderen Seite fehlt der Mann, der jedes Spiel verändern kann. Jamal Musiala hat sich beim Aufwärmen mit der Nationalmannschaft einen Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel geholt. Gerade arbeitet er sich mit Einzeleinheiten wieder an die Mannschaft heran. Auch Tarek Buchmann ist nicht dabei.

Aber mal ehrlich: Wer Bayern gerade spielen sieht, merkt kaum, dass da einer fehlt. 13 Punkte aus den letzten fünf Pflichtspielen, 18:2 Tore. Vor der Pause gab es ein 7:0 gegen Union Berlin, das eher nach Trainingsspiel aussah als nach Bundesliga. Der einzige Kratzer im Lack war ein 0:0 bei Aufsteiger Schalke. Olise und Harry Kane sind in Topform. Kompany betont, dass nach der Länderspielpause alle fit zurückgekommen sind. Rotation nur um der Rotation willen will er nicht.

Unter Druck steht Bayern auch. Dortmund führt die Tabelle an, Bayern ist Zweiter und muss dranbleiben. Eine satte Mannschaft sieht anders aus.

Vor dem Spiel hat Kompany übrigens ordentlich gewarnt: Augsburg stehe kompakt, sei am Ball gefährlich und habe mehr individuelle Qualität, als die Leute denken. Das gehört natürlich zum Trainer-Einmaleins vor jedem Auswärtsspiel. Aber er hat von sich aus an den Januar erinnert, und das sagt dir einiges über die Stimmung in der Kabine. Diese Mannschaft fährt nicht nach Augsburg, um irgendwas zu verwalten.

Warum hier die Bude mehrfach wackeln wird

Jetzt zu dem Punkt, der mich an diesem Spiel am meisten überzeugt, und das ist nicht mal der Sieger. Die Stärkste Ansage der Prorakel-Engine lautet: Über 2,5 Tore (81 %). Die Engine stuft das als Anker ein, also als einen Punkt mit besonders klarer Datenlage.

Warum? Weil beide Teams ihren Teil dazu beitragen. Bei den erwarteten Toren steht es 1,0 zu 3,1. Augsburg trifft regelmäßig, und Baum lässt daheim nicht mauern. Gegen Bayern ist das Fluch und Segen zugleich. Wer mitspielen will, öffnet Räume. Und wer gegen Kane und Olise Räume öffnet, kassiert. So einfach ist das manchmal.

Ein Augsburger Tor halte ich deshalb für absolut realistisch. Gegen drei Münchner Treffer reicht das aber nicht, und genau das sagt die Ergebnis-Prognose 1:3. Augsburg darf einmal jubeln, Bayern nimmt die Punkte mit.

Die Einstufung beider Teams unterstreicht das: 1817 für Bayern, 1512 für Augsburg. So einen Unterschied gleicht man nicht mal eben mit guter Tagesform und einem lauten Stadion aus. Zwischen Bayern-Sieg und Remis liegen 66 Prozentpunkte. Klarer wird eine Bundesliga-Partie selten.

Und wenn doch wieder Januar ist?

Dann hat Augsburg etwas geschafft, was die Datenlage fast ausschließt – aber eben nur fast. 9 % sind nicht null. Auch im Januar sprach vorher alles für Bayern, und am Ende waren Chaves und Massengo die Helden. Die Engine selbst bleibt dabei bescheiden: In der Bundesliga liegt sie bei 51 % getroffener Tendenzen, über alle Wettbewerbe bei 53 %. Wer in seiner Tipprunde auf Augsburg setzen will, hat also immerhin eine schöne Geschichte auf seiner Seite.

Meine Meinung bleibt trotzdem: Bayern kommt nicht als Opfer eines Angstgegners. Bayern kommt mit einer offenen Rechnung und einer Offensive, die gerade alles kurz und klein schießt. Augsburg wird mitspielen und wahrscheinlich auch treffen – und gerade deshalb wird es am Ende deutlich.

Oder glaubst du ernsthaft, dass Kompany zweimal hintereinander gegen den Nachbarn aus Schwaben stolpert?

Wie immer gilt: Auch ein Orakel kennt seine Grenzen.

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Die Prognose zu dieser Partie im Detail

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