Wochenbilanz · 19. Oktober 2026
Wochenbilanz KW 42: 56 Prozent Tendenz, Anker-Kette hält sechsmal
257 Treffer aus 458 Spielen. Das sind 56 Prozent bei der Tendenz, und damit liegt die Prorakel-Engine in Kalenderwoche 42 über ihrem eigenen Saisonschnitt von 53 Prozent, gemessen an 4083 ausgewerteten Spielen. Klingt nach wenig Unterschied? Ist es nicht. Wer über Tausende Partien bei 53 landet und dann in einer Woche mit fast 500 Spielen auf 56 springt, hat keinen Glückstreffer gelandet. Das war eine richtig gute Woche, und ich sag das ohne Sternchen.
Noch ein Wert, der mir gefällt: Die Stärkste Ansage saß in 352 von 458 Fällen, das sind 77 Prozent. Wenn die Engine sich festlegt, liegt sie also meistens richtig.
Österreich, Türkei, Schweiz: Hier lief es wie am Schnürchen
In Österreichs Bundesliga gab es 6 von 6 richtige Tendenzen. Sechs Spiele, sechs Treffer, kein einziger Ausrutscher. Da sitzt du am Montag vor der Auswertung und suchst ernsthaft nach dem Haken.
In der türkischen Süper Lig, der höchsten Liga dort, lagen wir in 8 von 9 Partien richtig (89 Prozent). Das ist eine Liga, die gern mal ein bisschen Chaos produziert, und trotzdem hat die Datenlage fast durchgehend gepasst.
Mein persönlicher Favorit kommt aber aus dem Schweizer Cup: 13 von 16, also 81 Prozent. Ganz ehrlich, im Pokal erwartest du eher Zufall. Da spielt der Favorit mit halber B-Elf, der Underdog spielt das Spiel seines Lebens, und am Ende entscheidet ein Flatterball. Wer im Pokal 13 von 16 richtig hat, hat die Kräfteverhältnisse sauber gelesen. Die treffsicherste Prognose der Woche passt ins Bild: St. Gilloise gegen Nijlen endete 3:0, genau so klar wie angesagt.
Dänemark, wir müssen reden
Jetzt der Teil, den andere gern weglassen. In Dänemarks höchster Liga, der Superliga, lag die Engine bei der Tendenz nur in 1 von 6 Spielen richtig. 17 Prozent. Das ist schwach, da gibt's nichts zu beschönigen.
Was es nicht ist: ein Urteil über das Modell. Sechs Spiele sind eine Handvoll. Ein, zwei Spiele kippen anders, und die Zahl sieht komplett anders aus. Sie bleibt trotzdem stehen, und sie ärgert mich.
Auch sonst lief es in den kleineren Ligen zäh, etwa in den zweiten Ligen Finnlands und Irlands, und auch im englischen FA Cup gab es wenig zu holen. Am kuriosesten ist Österreich: In der Bundesliga perfekt, eine Etage tiefer in der 2. Liga nur 2 von 8. Wie zwei verschiedene Länder.
Und dann war da noch PAOK gegen Kalamata. 1:3, Tendenz komplett daneben, der größte Fehlgriff der Woche. Solche Spiele gibt's. Man muss sie nicht mögen.
Sechs Anker, null Risse
Die Anker-Kette hat diese Woche gemacht, was ein Anker tun soll: 6 abgerechnet, 6 gehalten, 0 gerissen. Langweilig im besten Sinne.
Bei den Blog-Artikeln sieht's gemischter aus. Bei RB Leipzig gegen PSV hatten wir 2:1 auf dem Zettel. Am Ende stand es 1:0, die Tendenz war richtig, das exakte Ergebnis nicht. Bei Frosinone gegen Sassuolo dasselbe Spiel: Wieder stand 2:1 in der Ergebnis-Prognose, geworden ist es ein 4:2. Wieder richtige Richtung, falscher Spielstand, nur diesmal mit deutlich mehr Spektakel als erwartet. Exakte Ergebnisse sind eben die Königsdisziplin. Über die ganze Woche hat die Engine 47 von 458 punktgenau getroffen. Und dann war da noch der dritte Artikel. Dazu gleich mehr.
Das Remis, das keins sein wollte
Kocaelispor gegen Göztepe. Die Prorakel-Engine hat ein Unentschieden angesagt, und der Blog-Artikel hat die Frage gleich in die Überschrift gepackt: „Kommt jetzt das erste Remis?“
Warum das gewagt war: Ein Remis ist die undankbarste Ansage im Fußball. Ein einziges Tor in der Nachspielzeit, und die ganze Prognose ist hinüber. Wer Remis sagt, braucht ein Spiel, in dem sich beide Teams gegenseitig neutralisieren.
Hat nicht geklappt. Endstand 1:2, Göztepe hat das Ding mitgenommen. Die Tendenz war falsch, und das 1:1 der Ergebnis-Prognose auch. Ich halte die Ansage trotzdem für richtig gedacht. Hätte ich lieber eine Engine, die sich nie traut, ein Remis anzusagen? Nein. Eine Prognose, die nie etwas riskiert, ist keine Prognose, sondern ein Wetterbericht für die Sahara. Diesmal hat es eben nicht gepasst.
Was bleibt von KW 42
Unterm Strich hatten wir eine Woche über dem Schnitt, eine Anker-Kette ohne Kratzer und drei Ligen, in denen die Datenlage fast alles richtig gelesen hat. Dagegen stehen ein dänischer Ausreißer nach unten, ein PAOK-Spiel zum Vergessen und ein mutiges Remis, das nicht aufging. Ich nehme diese Mischung jede Woche. Die eigentliche Frage ist: Wie lange hält Österreichs Bundesliga die weiße Weste?
Wie immer gilt: Auch ein Orakel kennt seine Grenzen.
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